Die zehn häufigsten Fragen und Antworten

1. Muss eine Zahnspange wirklich sein?
Wenn Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen und die Zähne schief aus dem Kiefer gewachsen sind, kann das schwerwiegende und schmerzhafte Folgen haben: Engstände und Verschachtelungen begünstigen Karies und Parodontose.
Bei falschem Biss verspannen sich schnell Nacken- und Kiefermuskulatur, was zu Kopfschmerzen führen kann. Kinder mit großen Zahnstufen können die Lippen nicht oder nicht richtig schließen, so dass sie permanent durch den Mund atmen.
2. Was sind die häufigsten Gründe für eine Zahnregulierung?
Vorstehende Kiefer mit Rückbiss (Frontzähne des Oberkiefers stehen weit vor den Frontzähnen des Unterkiefers) oder Vorbiss (untere Schneidezähne beißen vor die oberen).
Tiefer Biss, bei dem die Frontzähne beim Zusammenbeißen zu weit übereinander klaffen,
Offener Biss, bei dem entweder die Seitenzähne aufeinanderbeißen und die Frontzähne nicht oder umgekehrt. Ursache ist meistens das Fingerlutschen, die Nuckelflasche oder der Schnuller.
Engstände, wenn die Zähne dicht verschachtelt und nicht gerade in einer Reihe stehen;
Lücken, die entstehen, wenn die Zähne im Vergleich zum Kiefer zu schmal sind.

3. Wann sollte die Behandlung beginnen?
Viele Gebissfehlentwicklungen sind schon im Vorschulalter zu erkennen. Korrigiert der Kiefernorthopäde dann bereits, können vielen Kindern und Jugendlichen langwierige Zahn- und Kieferregulierungen erspart werden.
Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen beginnen beim Übergang von den Milch- zu den bleibenden Zähnen, also ungefähr mit zehn Jahren. Dann ist das Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen, und der Fachzahnarzt kann das Wachstum zur Korrektur nutzen.
In der Pubertät sollte die Behandlung bereits erfolgreich abgeschlossen sein: Denn Jugendliche akzeptieren die Korrekturhilfe oft nicht und gehen deshalb nachlässig mit ihr um. Die Folge: Behandlungsabbrüche.
Wenn das Kieferwachstum abgeschlossen ist mit etwa 18 Jahren, sind Kieferfehlstellungen nur noch operativ beheben. Falsch stehende Zähne können aber auch dann immer noch korrigiert werden.
4. Wie lange dauert die Behandlung und wie oft muss ich zum Kieferorthopäden kommen?
Die meisten Kieferbehandlungen im Kindes- und Jugendlichenalter dauern drei bis vier Jahre. In dieser Zeit muss der Patient etwa alle sechs bis acht Wochen zur Kontrolle vorbeischauen.

5. Feste oder lose Zahnspange - was ist richtig für mich?
Das hängt davon ab, wie schwer die Kiefer- oder Zahnfehlstellung und wie alt der Patient ist. Das kann nur individuell entschieden werden. Grundsätzlich gilt, dass bei schweren Verschiebungen die feste Zahnspange die beste Lösung ist, weil sie die nötigen größeren Bewegungen zur Korrektur veranlassen kann.
Ob fest oder lose - wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass die Patienten mitmachen. Das heißt: Die lose Zahnspange muss in der Regel 16 Stunden am Tag getragen werden, und bei der festen Korrekturhilfe ist eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene notwendig
6. Muss eine Außenspange wirklich sein?
Die Außenspange ist von weitem schon sichtbar und deshalb der Horror für fast alle Kinder. Zu Unrecht! Denn die Außenspange muss meistens nur nachts und wenige Stunden zu Hause getragen werden. Ihr Vorteil: Sie kann die oberen Seitenzähne nach hinten schieben und damit Platz schaffen.
So gelingt es oft, bleibende Zähne vor dem Ziehen zu retten. Inzwischen gibt es auch festsitzende Geräte (Herbstscharnier, Forsus-Feder), die genauso gute Erfolge erzielen und dem Kind die Außenspange ersparen.
Der Nachteil: Die meisten Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten.

7. Warum muss ich nach der Behandlung noch eine Spange tragen?
Es ist wichtig, dass die Zähne, die durch die Behandlung in die richtige Position gerückt wurden, dauerhaft diese Stellung halten. Dabei können herausnehmbare Zahnspangen ebenso helfen wie ein Edelstahlbogen, der - von außen unsichtbar - an der Innenseite der Frontzähne im korrigierten Kiefer befestigt wird. Diese Haltedrähte können bis ins Erwachsenenalter getragen werden.
Keine Bange: Mehrere unabhängige Studien beweisen, dass keine erhöhte Kariesgefährdung besteht, wenn die Apparatur fachgerecht angebracht worden ist.

8. Verursachen feste Klammern Schmerzen?
In den ersten Tagen kann es zu einem Druckgefühl kommen. Einige Patienten verspüren auch einen leichten Schmerz. Eine Ernährungsumstellung während dieser Zeit auf weiche Kost (Joghurt, Püree, Suppen, zartes Fleisch und Gemüse) macht es dem Körper einfacher, sich an die Klammer zu gewöhnen. Übrigens: Die Zähne lockern sich während der Behandlung. Das ist kein Grund zur Beunruhigung.
Die Zähne werden im Kieferknochen bewegt und in die richtige Position befördert. In diesem Prozess erfolgt der Knochenabbau schneller als der Knochenaufbau. Nach einiger Zeit festigt sich der Zahn wieder - dann aber in der gesunden Stellung.

9. Bis zu welchem Alter ist eine kieferorthopädische Behandlung möglich?
Je jünger, desto schneller und besser sind Fehlstellungen zu korrigieren. Das ist unbestritten. Aber: Kieferorthopädische Therapien sind keine Frage des Alters.
Sie können selbst hoch betagten Patienten helfen, die eigenen Zähne lange zu erhalten und so teuren Zahnersatz zu vermeiden, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen sowie Kiefergelenkserkrankungen zu beheben.
10. Wann müssen die Weisheitszähne raus?
Die Weisheitszähne sind die letzten Zähne der Zahnreihe. Sie müssen entfernt werden, wenn es durch den Durchbruch zu wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen kommt. Oder wenn die Weisheitszähne die Reinigung der davor liegenden Backenzähne erschweren.


