Kieferorthopädie - die häufigsten Fragen
1. Wann braucht man eine Zahnspange?
Wenn Ober- und Unterkiefer nicht richtig zusammenpassen und die Zähne schief aus dem Kiefer gewachsen sind, kann das schwerwiegende Folgen haben: Engstände und Verschachtelungen begünstigen Karies und Parodontose oder können zu Atmungsstörungen führen. Zudem können sich bei falschem Biss Nacken- und Kiefermuskulatur verspannen, was dann oft chronische Kopfschmerzen nach sich zieht.
2. Warum werden Zahnregulierungen durchgeführt?
Vorstehende Kiefer mit Rückbiss (Frontzähne des Oberkiefers stehen weit vor den Frontzähnen des Unterkiefers) oder Vorbiss (untere Schneidezähne beißen vor die oberen).
Tiefer Biss, bei dem die Frontzähne beim Zusammenbeißen zu weit übereinander klaffen.
Offener Biss, bei dem entweder die Seitenzähne aufeinanderbeißen und die Frontzähne nicht oder umgekehrt. Ursache ist meistens das Fingerlutschen, die Nuckelflasche oder der Schnuller.
Engstände, wenn die Zähne dicht verschachtelt und nicht gerade in einer Reihe stehen.
Lücken, die entstehen, wenn die Zähne im Vergleich zum Kiefer zu schmal sind.
3. Wann sollte die Behandlung beginnen?
Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen beginnen beim Übergang vom Milchzahngebiss zu den bleibenden Zähnen, also ungefähr mit zehn Jahren. Da zu diesem Zeitpunkt das Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen ist, kann der Fachzahnarzt das Wachstum zur Korrektur nutzen.
In der Pubertät sollte die Behandlung dann aber erfolgreich abgeschlossen sein. Zumal Kinder und Jugendliche die Korrekturhilfe oft nicht akzeptieren und oft nachlässig damit umgehen. Danach sind Kieferfehlstellungen nur noch operativ zu beheben. Falsch stehende Zähne jedoch können dann immer noch relativ einfach korrigiert werden.
4. Wie lange dauert die Behandlung?
Die meisten Kieferbehandlungen im Kindes- und Jugendlichenalter dauern zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit muss der Patient etwa alle sechs bis acht Wochen zur Kontrolle vorbeischauen.
5. Welche Zahnspange ist richtig?
Das hängt davon ab, wie schwer die Kiefer- oder Zahnfehlstellung und wie alt der Patient ist. Das kann nur individuell entschieden werden. Grundsätzlich gilt, dass bei schweren Verschiebungen die feste Klammer die beste Lösung ist, weil sie die nötigen größeren Bewegungen zur Korrektur veranlassen kann.
Wichtig für den Behandlungserfolg ist, dass die Patienten mitmachen. Das heißt: Die lose Klammer muss in der Regel 16 Stunden am Tag getragen werden, und bei der festen Korrekturhilfe ist eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene notwendig
6. Muss man auch nach der Behandlung eine Spange tragen?
Es ist wichtig, dass die Zähne, die durch die Behandlung in die richtige Position gerückt wurden, dauerhaft diese Stellung halten. Dabei kann ein herausnehmbarer Elastisch-offener Aktivator ebenso helfen wie ein festsitzender Edelstahlbogen bzw. Retainer, der - von außen unsichtbar - im korrigierten Kiefer an der Innenseite der Frontzähne befestigt wird. Diese Haltedrähte können bis ins Erwachsenenalter getragen werden.
Keine Bange: Mehrere unabhängige Studien belegen, dass keine erhöhte Kariesgefährdung besteht, sofern die Apparatur fachgerecht angebracht wurde.
7. Verursachen feste Klammern Schmerzen?
In den ersten Tagen kann es zu einem Druckgefühl kommen. Einige Patienten verspüren auch einen leichten Schmerz. Eine Ernährungsumstellung während dieser Zeit auf weiche Kost (Joghurt, Püree, Suppen, zartes Fleisch und Gemüse) macht es dem Körper einfacher, sich an die Klammer zu gewöhnen. Übrigens: Die Zähne lockern sich während der Behandlung. Das ist beabsichtig und kein Grund zur Beunruhigung, da die Zähne im Kieferknochen bewegt werden, bis sie in der richtige Position angelangt sind. Nach einiger Zeit festigt sich der Zahn dann wieder - jetzt aber in der gesunden Stellung.
8. Bis wann ist eine Behandlung möglich?
Je jünger, desto schneller und besser sind Fehlstellungen zu korrigieren. Das ist unbestritten. Aber: Kieferorthopädische Therapien sind keine Frage des Alters.
Sie können selbst hoch betagten Patienten helfen, die eigenen Zähne lange zu erhalten und dadurch teuren Zahnersatz zu vermeiden, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen sowie Kiefergelenkserkrankungen zu beheben.
9. Wann müssen die Weisheitszähne raus?
Die Weisheitszähne sind die letzten Zähne der Zahnreihe. Sie müssen entfernt werden, wenn es durch den Durchbruch zu wiederkehrenden Zahnfleischentzündungen kommt. Oder wenn die Weisheitszähne die Reinigung der davor liegenden Backenzähne erschweren.
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